Meditation

Das Wort “Meditation” stammt aus der indischen Philosophie und bedeutet so viel wie “Versenkung”. In Indien wurde schon vor 3.000 Jahren meditiert. Bei der Meditation ist man auf der Suche nach der eigenen Mitte. Im Laufe von vielen Meditationsübungen sollen Körper, Geist und Seele immer mehr als eine Einheit begriffen werden. Durch die Meditation wird das Bewusstsein des Übenden vertieft. Meditation trägt dazu bei, Fähigkeiten wie Konzentration zu fördern, eine positivere geistig-seelische Haltung zu erlangen und dem Druck von außen mit mehr Heiterkeit und Gelassenheit zu begegnen.

Wissenschaftliche Studien belegen erstmals die Wirksamkeit: Regelmäßige Meditationen können Angstzustände und Depressionen abbauen und Schmerzen lindern [1].

 

Zum Verfahren:

Insbesondere wenn Sie erst mit der Meditation beginnen möchten, ist es wichtig, am Anfang nicht zu lange zu meditieren. Üben Sie lieber täglich 15 bis 20 Minuten.

Meditieren darf nicht, wer psychisch krank ist oder sich in einer psychotherapeutischen Behandlung befindet.

Für eine Meditation benötigen Sie gerade zu Beginn unbedingt Ruhe. Schalten Sie alle Außenreize und Lärmquellen wie beispielsweise das Telefon, soweit es möglich ist, ab. Schaffen Sie sich in dem Raum, in dem Sie meditieren möchten, eine harmonische Atmosphäre. Das Licht sollte nicht zu grell, aber auch nicht zu dunkel sein. Wählen Sie für die Meditation warme und bequeme Kleidung aus. Die Kleidung sollte Sie locker einhüllen und warm halten, wenn Sie stillsitzen, ohne sich zu bewegen.

Die traditionelle Grundposition der Meditation ist der “Lotos-Sitz”. Setzen Sie sich dafür auf ein Kissen und legen Sie Ihren rechten Fuß auf den linken Oberschenkel und den linken Fuß auf den rechten Oberschenkel. Nähern Sie sich allmählich dieser Sitzposition, wenn es nicht von Anfang an klappt. Der Oberkörper ist aufgerichtet und der Kopf leicht nach unten geneigt. Lassen Sie die Augen ein wenig geöffnet und richten Sie den Blick der Nase entlang auf den Boden. Fixieren Sie dabei nicht einen bestimmten Punkt, sondern versuchen Sie sich auf einen inneren Punkt, den sogenannten “Harapunkt”, zu konzentrieren. Der Harapunkt liegtetwa zwei bis drei querfingerbreit unter dem Bauchnabel. Nach der asiatischen Vorstellung liegt hier der Schwerpunkt des Menschen. Die Hände bilden während der Meditation vor dem Harapunkt eine Schale. Dafür wird eine Hand mit dem Handrücken nach unten zu einer Schale geformt, die andere Hand wird in diese Schale so hineingelegt, dass sich die Daumenspitzen leicht berühren.

Die natürliche Atmung bei der Meditation ist die Bauchatmung. Durch die Konzentration auf das Atmen vertiefen Sie das Atmen automatisch. Der Atem soll geräuschlos sein und ruhig fließen. Versuchen Sie nicht, den Atem in sich hineinzupressen. Führen Sie bei der Me-ditation die Atmung durch die Nase durch und stellen Sie sich auf Ihren Atemrhythmus ein. Erzwingen Sie keinen bestimmten Atemrhythmus.

So kann beispielsweise eine einfache Meditationsübung aussehen:

Nehmen Sie den Lotos-Sitz ein und halten Sie die Hände schalenförmig vor dem Harapunkt. Versuchen Sie nun für 10 - 15 Minuten, eine absolute Stille in sich einkehren zu lassen. Lassen Sie sich durch nichts ablenken. Geräusche und Gedanken, die Sie wahrnehmen, lassenSie einfach weiterziehen, halten Sie sie nicht fest. Richten Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit aufIhren Atem und nehmen Sie ihn bewusst wahr.Zählen Sie am Ende der Meditation langsam von 10 bis 0 herunter und öffnen Sie sich nach und nach wieder der Außenwelt.

 

Literatur:

  • Goyal M et al.:Meditation Programs for Psychological Stress and Well-being. JAMA Intern Med. 2014 Mar;174(3):357-68. doi: 10.1001/jamainternmed.2013.13018.
  • Harnisch G: Meditieren mit Fantasie. Herderbücherei, Freiburg i. Breisgau 1987
  • Huth A, Huth W.: Meditation.Begegnung mit der eigenen Mitte. Gräfe & Unzer, München 1999
  • Milz H: Der wiederentdeckte Körper. DTV 1994
  • Rossbach G: Visuelle Meditationen. Windpferd-Vverlagsgesellschaft 2010
  • Eusana Gmb