Bioidentische und natürlich Hormone

Hormone sind Botenstoffe, die von unserem Körper gebildet werden, um unsere Körperfunktionalität aufrecht zu erhalten. (Dorland`s illustrates medical Dictionery) - eine im Körper von einem Organ oder Zellen gebildete chemische Substanz, die eine spezifische, regulierende Wirkung auf ein bestimmtes Organ ausübt. Frauen und Männer haben die gleichen Hormone, nur in unterschiedlichen Mengen. Bei gesunden Frauen und Männern ändern sich die Hormone erst in den Wechseljahren (Frauen 40-60, Männer 50-70). Auch bei verschiedenen Krankheiten und Einnahme von Medikamenten, Genussmitteln und Drogen kann es zu Hormonveränderungen kommen. Hierzu gehören u.a. chronische Krankheiten, Allergien, Medikamente, Operationen, Nikotin, Kaffee und Alkohol, aber auch Schlafmangel, zu wenig Bewegung, Überforderung, Stress, Burn out und Traumata, Fehlgeburten, Operationen an den Eierstöcken oder der Gebärmutter oder den Hoden und Krebserkrankungen, wie auch Krebstherapien. Hormonmangel kann u.a. zu folgenden Erkrankungen führen: Verkalkung der Blutgefäße , Bluthochdruck, Herzinfarkt , Schlaganfall, Osteoporose, Übergewicht und Diabetes, Zunahme an Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Fibromyalgie, Morbus Hashimoto etc.), Allergien, Harnwegsinfekte, Hauterkrankungen, Depressionen, Erschöpfungszustände, Burnout, Stressanfälligkeit, bösartige Erkrankungen und Demenz.

Unsere Hormone sind u.a.

  • Schilddrüsenhormone
  • Progesteron
  • Östradiol (Östrogen)
  • Östriol
  • Testosteron
  • DHEA (Dehydroepiandrosteron)
  • Kortisol
  • Melatonin
  • Pregnenolon

Alle diese Hormone haben verschieden Funktionen. Durch eine Verminderung dieser Hormone kann es zu verschiedenen körperlichen und psychischen Veränderungen in unserem System kommen(s.o.). Im Weiteren wird die HRT Hormoersatztherapie (synthetische Therapie) und die Bioidentische und natürliche Hormontherapie besprochen.

Was sind bioidentische Hormone?

Bioidentische Hormone werden aus verschiedenen Pflanzen (Yamsknolle, Soja, Roter Klee, Passionsblume) - Schilddrüsenhormone auch aus der Schweine- und der Rinderschilddüse gewonnen und im Labor in die Struktur gebracht, die unsere eigenen Hormone haben. Bioidentische Hormone entsprechen in der Struktur unseren körpereigenen Hormonen. Sie wirken genau so an unseren Zielzellen wie unsere körpereigenen Hormone.

Synthetische Hormone

In der Antibabypille und in der sog. Hormonersatztherapie, die oft in den Wechseljahren verordnet wird, sind im Gegensatz dazu synthetisch veränderte Hormone enthalten. Hier sind die Strukturen von unserem natürlichen Progesteron und unserem natürlichen Östradiol den synthetischen Hormonderivaten gegenübergestellt. Das Ethinylestradiol kann an den Östrogenreceptor binden und befindet sich in jedem Präparat der Antibabypille (neuerdings gibt es 2 Präparate, die ein natürliches Östrogen enthalten). Chlormadinoacetat ist ein Beispiel für ein Gestagen, welches an den Progesteronreceptor binden kann. Es ist in Präparaten wie der Pille, in Medikamenten wie z.B. gegen Blutungstörungen und in der Hormonersatztherapie enthalten. Chlormadinoacetat dient hier nur als Beispiel. Alle synthetischen Gestagene, die immer in Antibabypillenpräparaten enthalten sind (z.B Levonogestrol), haben eine andere Struktur als das natürliche Progesteron.

    Natürliches Progesteron

    Synthet. Levonogestrol

    Natürliches Östradiol

    Synthet. Ethinylestradiol

    Diese synthetischen Hormonderivate sind unseren eigenen Hormonen so ähnlich, dass sie auch am Zellrezeptor der Zelle andocken können. Sie haben aber je nach Gewebe und Organ teilweise ganz andere Wirkungen an der Zelle als unsere körpereigenen Hormone. Das synthetisch veränderte Progesteron, ein sog. Gestagen, wirkt z.B. an der Gebärmutterschleimhaut ähnlich wie unser körpereigenes Progesteron. Es verhindert Regelschmerzen, eine zu starke und lange Menstruation und schützt uns vor Gebärmutterschleimhautkrebs. Während jedoch unser natürliches Progesteron die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass sich eine Schwangerschaft entwickeln kann, wird durch das synthetische Progesteron die Gebärmutterschleimhaut kaum aufgebaut. Das veränderte Progesteronderivat, kann zu Schwangerschaftsabbrüchen und Fehlgeburten führen. Am Brustgewebe wirkt unser natürliches Progesteron ganz anders als das synthetische Gestagen. In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass körpereigenes Progesteron vor Brustkrebs schützt, während das veränderte Gestagenderivat das Brustkrebsrisiko erhöht. Unser natürliches Progesteron wirkt auf viele Organe in unserem Körper . Die Hormonrezeptoren für unser natürliches Progesteron sind im Gehirn (25 Prozent), an der Brust, der Gebärmutter, in der Lunge, der Haut, am Knochen, am Blutgefäßsystem und in der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Die synthetischen Hormone führen zu einer Blockade der Hormonrezeptoren, das heißt unsere natürlichen, körpereigenen Hormone können nicht mehr wirken. Außerdem hat die Leber Schwierigkeiten, die veränderten Hormonderivaten abzubauen. Die Verweildauer der synthetischen Hormone ist um ein Vielfaches erhöht. Durch den Wirkverlust der körpereigenen Hormone und der Leberbelastung resultieren u.a. folgende erhöhte Risiken, die in wissenschaftlichen Studien gezeigt werden konnten: erhöhtes Risiko für Thrombose und Lungenembolie, für Herzinfarkt und Schlaganfall, für die Bildung von Gallensteinen und Gallenblasenentzündung, Fettstoffwechselstörungen für Bauchspeicheldrüsenentzündung, für Gewichtszunahme für die Entwicklung von Diabetes, für Metabolisches Syndrom (komplette Störung der Stoffwechselprozesse), für Osteoporose, für Demenz, Mangel an Vitaminen und Mikronähstoffen, Mangel an körpereigenen Hormonen, besonders Progesteron, Östradiol und Testosteron.

    Diagnostik

    Natürliche und bioidentische Hormone können im Blut und im Speichel bestimmt werden. Je nach Fragestellung wird die eine oder andere Vorgehensweise bevorzugt. Synthetische Hormone, wie z.B. synthetische Gestagene und Ethynilestradiol, die in der Antibabypille vorkommen oder bei der Hormontherapie in den Wechseljahren eingesetzt werden, sind zur Zeit weder im Blut noch im Speichel messbar. Im Blut sind viele Hormone an Eiweisse gebunden und damit ist Ihre Wirkmenge nur relativ nachweisbar (allgemeine Bestimmung, Erstbestimmung, vergleichende Bestimmung). Im Speicheltest sind die Hormone frei und geben Auskunft über den Hormonspiegel am Organ direkt. Im Folgenden sind die Folgen von Mangel an den verschiedenen Hormone auf geführt. Progesteron, Östradiol, Östriol , Testosteron , DHEA, Cortisol, Melatonin, Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion (Atlas of Endocrinology for Hormon Therapy- Thierry Herthoghe, MD).

    Progesteronmangel führt zu

    • Starke und lange Menstruation
    • PMS (praemenstruelles Syndrom, Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen)
    • Schmierblutungen einige Tage vor der Regelblutung
    • Kopfschmerzen einige Tage vor der Regelblutung
    • Brustspannen, Zysten in der Brust
    • Myome der Gebärmutter
    • Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten
    • Polyzystische Ovarien (PCO)
    • Osteoporose
    • Wassereinlagerungen an Händen und Füßen
    • Blähungen, dicker Bauch
    • Varizen, Hämorrhoiden
    • Akne, Gesichtsrose, Rosaceae
    • Haarausfall
    • Gewichtszunahme
    • kalten Händen und Füßen
    • Bluthochdruck
    • Heißhunger auf Süßes
    • Müdigkeit, Schlafprobleme
    • Ängstlichkeit, Panikattacken, depressiven Stimmungen
    • Gereiztheit, Konzentrationsschwäche
    • Verminderte Libido

    Östradiolmangel führt zu

    • zu langer Menstruation - Ausbleiben der Menstruation
    • Kopfschmerzen während Menstruation, Hitzewallungen
    • trockenen Schleimhäuten, juckender und fettiger Haut
    • schlaffer Haut
    • Schuppenflechten, Ekzemen, Neurodermitis
    • trockenen Haaren, Haarausfall
    • verminderter Durchblutung der Haut und Schleimhäute
    • blasser Gesichtsfarbe
    • Kälteempfindlichkeit
    • wenig Energie
    • schlechter Konzentration
    • Depressionen
    • Gedächtnisproblemen
    • Migräne
    • Schlechter Libido
    • Schlafproblemen
    • Ängstlichkeit
    • Nachtschweiß
    • Osteoporose, Calcium- und Vitamin D Mangel
    • erhöhtem Blutdruck, Arteriosklerose, erhöhtem Herzinfarktrisiko
    • Dranginkontinenz
    • Beschwerden in den Fingergelenken
    • Gelenkentzündungen, Rheuma

    Östriolmangel führt zu

    • trockener, empfindlicher Vaginalschleimhaut
    • trockenen, gereizten Augen
    • Blasenschwäche, Blasenentzündung
    • Nebenhöhlenentzündung
    • Halsschmerzen
    • Schlafstörungen

    Testosteronmangel führt zu

    • Bindegewebsschwäche
    • Muskelschwäche, Muskelabbau,
    • Gewichtszunahme
    • Zunahme von Brust- und Bauchfett (verminderte Lipolyse)•Abnahme der Körperbehaarung
    • Zunahme der Faltenbildung um Mund und Augen•Blasser Teint,
    • Anämie
    • Gelenkbeschwerden
    • Herzschwäche, Abnahme der Herzleistung, Verengung der Herzkranzgefäße
    • erhöhtem Thromboserisiko
    • Nervenschwäche, Gereiztheit, Aggression
    • Ängstlichkeit, Schläfrigkeit
    • mangelndem Selbstbewusstsein
    • mangelnder Kreativität, Flexibilität
    • verminderter Libido, allgemeine Lustlosigkeit
    • Konzentrationsstörungen•Inkontinenz
    • Osteoporose
    • Gebärmutter- und Blasensenkung
    • Krampfadern

    DHEA-Mangel führt zu

    • Müdigkeit und Erschöpfung schon am Morgen
    • Unsicherheit, Angst, fehlender Stresstoleranz
    • trauriger Stimmung
    • Demenz
    • verworrenem Denken, Konzentrationsstörungen
    • Schlafstörungen, Erschöpfungssyndrom
    • Libidomangel,
    • Übergewicht, Fettvermehrung, Muskelabbau
    • Anstieg des Cholesterins
    • Anstieg des Blutzuckers
    • grauer Scham- und Achselbehaarung
    • Zyklusschwankungen
    • Osteoporose
    • Arteriosklerose
    • schlaffem Bindegewebe
    • Insulinresistenz
    • Infektanfälligkeit
    • Zunahme von Autoimmunkrankheiten
    • chronischenInfektionen
    • Allergien

    Cortisolmangel führt zu

    • Gereiztheit, keine Stresstoleranz, Angst, unnötige Sorgen
    • Aggressionen, Depressionen, Burnout
    • Erschöpfung (morgens schon müde, mittags keine Energie mehr, Erschöpfunssyndrom)´
    • chronischer Müdigkeit,schon morgens
    • dünner Haut
    • Hautauschlägen, starkem Schwitzen
    • starken Rötungen und Schwellungen der Haut bei Entzündungen
    • Pigmentflecken im Gesicht
    • dunkler werden von Hautfalten und Narben
    • dunkler werden von Brustwarzenhof und Innenseiten der Lippen
    • Zunahme von Allergien
    • häufigen Infekten und Entzündungen aller Organe, Muskeln, Gelenke, Sehnen
    • Verspannungen, Schmerzempfindlichkeit
    • Ohnmachtsanfällen
    • niedrigem Blutdruck, Blutdruckschwankungen
    • Schwellungen unter den Augen nach dem morgendlichen Aufstehen
    • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
    • Blähungen, häufigen Durchfällen
    • Heißhunger auf Süßes, besonders um 11 und 14 Uhr
    • Menstruationsbeschwerden, PMS•Starke Menstruation bis 4. Tag

    Melatoninmangel führt zu

    • Kopfschmerzen, Migräne
    • Erschöpfung
    • Einschlaf- und Durchschlafstörungen
    • erhöhtem Risiko für Depressionen und Alzheimererkrankung
    • frühem Ergrauen, heller Haut
    • Bluthochdruck (auch nachts)
    • Herz-Kreislauf-Probleme
    • erhöhtem Schlaganfallrisiko
    • Übergewicht u. damit erhöhtem Risiko f. Diabetes
    • häufigen Infekten
    • Muskelverspannungen
    • Unfruchtbarkeit
    • erhöhtem Krebsrisiko (besonders Prostata- und Brustkrebs)

    Schilddrüsenunterfunktion führt zu

    • Gewichtszunahme oder Veränderung der Ernährung
    • Blähungen, Obstipation
    • Müdigkeit, hohem Schlafbedürfnis
    • Mutlosigkeit, depressiver Grundstimmung, besonders morgens
    • Antriebsschwäche, besonders morgens
    • Konzentrationsschwäche, Schwäche im Kurzzeitgedächtnis, Wortfindungsstörungen
    • Kopfschmerzen, besonders morgens
    • Gelenkbeschwerden
    • Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Muskelabbau
    • Fibromyalagie, Gelenkentzündungen
    • langsamer Sprache und Bewegung
    • Schwindel
    • Kribbeln oder Einschlafen der Hände, besonders nachts
    • Anstieg des Cholesterins
    • erhöhtem Risiko für Atheriosklerose, Herzinfarkt, Demenz
    • trockener, juckender Haut, besonders an Ellenbogen und Kopfhaut
    • trockenem, struppigen Haar, Haarausfall
    • dicken Fingernägeln mit Rillen
    • rauer, heiserer Stimme, trockenen Schleimhäuten im Rachen
    • geschwollenen Augenlidern, Wasseransammlung im Körper
    • Verschwinden der äußeren Augenbrauchen und Wimpern
    • Langem Menstruationszyklus
    • Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung)
    • praemenstruellem Syndrom
    • Zysten im Brustgewebe
    • Unfruchtbarkeit
    • Fehlgeburten
    • Depressionen im Wochenbett
    • niedrigem Puls, Herzklopfen
    • Immunschwäche, häufigen Infekten, vermehrter Bildung von freien Radikalen
    • häufigem Frieren, Frösteln

    Schilddrüsenüberfunktion führt zu

    • Herzrasen, Nervosität, Gereiztheit, Unruhe
    • Ängsten, Phobien
    • Konzentrationsstörungen wegen leichter Überreizung
    • Hyperaktivität
    • Kopfschmerzen, Tinnitus
    • Schwitzen, Zittern
    • Anstieg des Blutdrucks
    • Feuchte, warme Haut
    • Heißhunger, starker Durst
    • Gewichtsabnahme
    • Durchfall
    • erschwertem Einschlafen und Durchschlafen
    • Verkrampfungen, Verspannungen
    • Haarausfall, dünnen Haaren
    • dünnen, leicht reißenden Fingernägeln
    • Akne, fettiger Haut und fettigen Haaren
    • starker und häufiger Menstruation
    • Fehlgeburten
    • Ängsten in der Schwangerschaft
    • Osteoporose
    • auffallend wenigen Infekten
    • wenig Schleimhautproblemen (auch wenn Östriol erniedrigt)

    Therapie

    Auch im hohen Lebensalter und in anderen Lebenslagen benötigen wir für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und Fitness neben gesunder Lebensweise und gesunder Ernährung das Funktionieren des Hormonsystems. Für die Aufrechterhaltung unseres Hormonsystems benötigen wir gewisse Mikronähstoffe und Vitamine (besonders Vitamin D), ohne die Hormone nicht gebildet werden können. Mit Hilfe des Speichel- oder Bluttests kann das Hormonsystem und die Vitamine und Mikronährstoffe getestet werden  (auch eine bioelektrische Impedanzanalyse ist für eine qualitativen Test möglich). So kann der individuelle Ist-Zustand des eigenen Hormon - und Stoffwechselsystems festgestellt werden und bei Bedarf gezielt behandelt werden. Jeder von uns hat einen eigenen Stoffwechsel und benötigt eine auf seine Person abgestimmte Therapie. Jede Therapie ist somit einmalig. Der Mensch wird nach entsprechender Diagnostik und Anamnesegespräch entsprechend seines Bedarfes behandelt. In den Wechseljahren bei Frauen und Männern , aber auch bei jungen Menschen und Menschen mit vielfältigen Krankheitsbildern und in besonderen Situationen, fehlen Vitalstoffe und Hormone. Unter genauer begleitender Diagnostik und Gesprächen werden je nach Bedarf entsprechende bioidentische (körpereigene, natürliche) Hormone gegeben. Fehlen Vitamine und Mikronährstoffe, werden diese unter Kontrolle (verschiedene Messungen) empfohlen. Die Phytotherapie ( Pflanzen) und die Homöopathie können das Hormonsystem stärken und werden eingesetzt. Auch Bachblüten können verordnet werden, weil Sie die häufig begleitenden psychischen Probleme gut beeinflussen.Eine begleitende Therapie mit synthetischen Hormonen wird in unsere Praxis nicht durchgeführt, lediglich auf kollegialen Wunsch möglicherweise weiterverordnet.Jeder Mensch benötigt eine Indiviuelle Therapie, insbesondere jede Frau benötigt je nach ihren Beschwerden und der Diagnostik eine eigene Therapie. Doch bekommt meistens jede Frau die gleiche Dosierung der synthetischen HRT-Präparate, wenn sie als Tablettenform oder als Pflaster verabreicht werden. Manche Ärzte verordnen auch ein Gel mit natürlichem Östrogen und dazu ein Gestagen in Tablettenform. In der Regel ist das Östrogen (egal ob in der Tablette, im Pflaster oder als Gel) für die meisten Frauen zu hoch dosiert. Um eine Östrogendominanz zu verhindern , müssen regelmässige Tests durchgeführt werden. Die Symptome einer Östrogendominanz sind, z.B. Gewichtszunahme, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Übelkeit, Stimmungsschwankungen und Depressionen und werden oft nicht ernst genommen oder manchmal nicht als Ursache der HRT-Einnahme erkannt. Da die synthetischen Hormone teilweise mit einer viel höheren Affinität als Progesteron am Zellrezeptor haften, ist dieser für unsere eigenen Hormone blockiert. Wenn ein Hormon in hoher Konzentration vorhanden ist, fängt die Zelle zum Selbstschutz an,  die Rezeptoren an der Zellwand zu verringern. Beim Absetzen HRT und ersetzen durch bioidentische Hormone kann es vorübergehend zu Mangelerscheinungen kommen.

    Unsere bevorzugte Empfehlung ist die Therapie mit bioidentischen Hormonen. Bioidentische Hormone kann man mit Hilfe einer Kontrolle im Speicheltest genau dosieren. Man kann anhand des Speicheltest sehen, wie viele Hormon der Körper aufnimmt und so dosieren, dass die Hormonspiegel im physiologischen (dem Alter entsprechenden) Bereich bleiben. Besondere Apotheken können eine vom Therapeuten gewählte Hormonkonzentration anfertigen, die genau für die jeweilige Anwenderin oder den Anwender  je nach Hormonkonzentration im Speichel angepasst wurde. So werden Nebenwirkungen und Brustkrebsgefahr verhindert. Bei der Hormonersatztherapie (HRT) werden in der Regel die Hormonspiegel nicht gemessen.

    Bioidentische und natürliche Hormone

    Die bioidentischen Hormone werden als Tabletten oder zumeist über die Haut oder die Vaginalschleimhaut zugeführt. Über die Haut gelangt das Hormon direkt ins Blut. So wirkt esrelativ schnell (im Speichel schon nach 10 Minuten messbar) und belastet die Leberfunktion nicht. Die Gabe von bioidentischen Hormonen über die Haut ist eine sehr schonende, der Physiologie des Körpers angepasste Therapie, die nur bei Überdosierungen zu Nebenwirkungen führt. Bei regelmässigen Laborkontrollen im Blut und im Speichel kann man Überdosierungen feststellen und korrigieren, da bioidentische Hormone ( im Gegensatz zu synthetischen Hormonen ) im Labor messbar sind. Ausserdem sollte immer die Gebärmutterschleimhaut mit der Ultraschallsonographie überwacht werden (diese wir bei uns von den jeweiligen Gynäkologen u.a. im Rahmen der Vorsorge durch geführt.). Bei hohen Östrogengaben und keiner zusätzlichen Progesterongabe kann sich das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs und Brustkrebs erhöhen. Wir beginnen immer mit einer bioidentischen Progesteron-Therapie, um das Brustkrebs- und das Gebärmutterkrebsrisiko möglichst auszuschliessen. Danach erfolgt die je nach Diagnostik nötige Therapie. Bei Männern in de Wechseljahren wird ebenflals eine bioidentische Hormon-Therapie angestrebt. Auch bei allen anderen Hormon-Therapien streben wir eine natürliche bioidentische Therpie an.

    Bei weiteren Fragen vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

    Quellen

    • Hormone, Alexander Römmler, Thieme Verlag
    • Bioidentische Hormone,  Jonathan Wright
    • Dorland`s illustrates medical Dictionery
    • Atlas  of  Endocrinology  for  Hormon Therapy- Thierry Herthoghe, MD
    • Wikipedia